Vertrag & Alltag
Festnetz-Flat: Brauchst du sie noch? Entscheidungshilfe für Internetverträge
Fast jeder Internettarif enthält eine Festnetz-Telefonie, doch viele Haushalte telefonieren fast nur noch mit dem Handy oder über Messenger. Lohnt sich die Festnetz-Flat dann überhaupt noch, und kannst du sie abwählen? In diesem Ratgeber erfährst du, wie Festnetz heute technisch funktioniert, wann sie sinnvoll bleibt, welche Alternativen es gibt und worauf du bei Notruf, Stromausfall und Rufnummer achten solltest. Dazu bekommst du eine Entscheidungshilfe, Checklisten und Antworten auf typische Fragen.
Aktualisiert:

Inhalt
Telefonieren im Jahr 2026: Wer nutzt Festnetz überhaupt noch?
Früher war die Sache klar: Wer Internet wollte, bekam einen Telefonanschluss dazu. Das Festnetztelefon stand im Flur, die Rufnummer war im Telefonbuch eingetragen, und jeder rief an, wenn er jemanden erreichen wollte. Heute sieht das anders aus. Viele Haushalte telefonieren fast ausschließlich mit dem Smartphone, kommunizieren über Messenger oder Videodienste und nutzen das Festnetztelefon kaum noch.
Trotzdem enthalten fast alle Internettarife weiterhin eine Festnetz-Telefonie. Oft heißt sie Festnetz-Flat oder Telefon-Flat und ist im Preis enthalten. Manche Tarife erlauben sie abzuwählen, andere nicht. Dadurch entsteht die Frage, ob man sie wirklich braucht oder ob sie nur Gewohnheit ist.
Die Antwort hängt von deiner Situation ab. Für manche ist Festnetz ein überflüssiges Anhängsel, für andere weiterhin wichtig, etwa wegen Erreichbarkeit, Sicherheit oder Gewohnheiten der Familie. In diesem Ratgeber helfen wir dir, das für dich einzuordnen.
Wir gehen in mehreren Schritten vor. Zuerst klären wir, was eine Festnetz-Flat überhaupt ist und was sie nicht umfasst. Dann erklären wir kurz die Technik dahinter, denn moderne Festnetzanschlüsse funktionieren anders als früher.
Anschließend schauen wir, wann Festnetz weiterhin sinnvoll ist und wann du darauf verzichten kannst. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Sicherheit, also Notruf, Stromausfall, Hausnotruf und Alarmanlagen. Danach geht es um Kosten und Tarifbestandteile, um die Rufnummer und um eine Entscheidungshilfe.
Wenn du am Ende wissen willst, wie du einen Tarif ohne oder mit Telefonie findest, kannst du direkt im Tarifvergleich stöbern. Beachte, dass die Angaben dort unverbindlich sind.
Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Dieser Ratgeber nennt bewusst keine aktuellen Tarifpreise. Preise ändern sich, und je nach Anbieter, Aktion und Standort unterscheiden sie sich. Wir erklären lieber, worauf es ankommt, damit du Angebote selbst bewerten kannst.
Den Unterschied zwischen Tarifen erkennst du an der Leistungsbeschreibung: Ist eine Festnetz-Flat inklusive? Gilt sie nur für deutsche Festnetznummern oder auch für Mobilfunk? Gibt es Zusatzpakete für Ausland oder zusätzliche Rufnummern? Diese Fragen entscheiden, ob ein Tarif zu dir passt.
Um die Frage greifbarer zu machen, lohnt ein Blick auf typische Haushaltstypen.
Singles und Paare unter fünfzig telefonieren meist mobil. Das Festnetz klingelt selten, oft nur für Werbeanrufe. Bei ihnen ist die Flat meist ein Anhängsel, das niemand vermisst.
Familien mit Kindern nutzen Festnetz manchmal als gemeinsamen Anschluss, etwa für Großeltern, Klassenkameraden oder den Pizzadienst. Hier hat das Festnetz einen klaren Platz, auch wenn die Kinder bald eigene Handys haben.
Seniorenhaushalte telefonieren häufig und gern über Festnetz. Für sie ist es gewohnt, einfach und gut verständlich. Oft hängt auch der Hausnotruf daran.
Selbstständige und Freiberufler nutzen die Festnetznummer als Visitenkarte. Sie wollen erreichbar sein, ohne dass jeder die private Handynummer kennt.
Und dann gibt es Wohngemeinschaften und Studierende, die fast ausschließlich über Messenger und Handy kommunizieren. Für sie ist die Festnetz-Flat meist überflüssig.
Was eine Festnetz-Flat ist und was sie nicht umfasst
Eine Festnetz-Flat bedeutet in der Regel, dass du ohne zusätzliche Gebühren pro Minute in deutsche Festnetze telefonieren kannst. Die Gespräche sind mit dem monatlichen Grundpreis abgegolten. Das gilt aber nicht für alle Rufnummern und nicht für alle Ziele.
Typisch enthalten sind Gespräche zu Festnetzanschlüssen in Deutschland. Oft nicht enthalten sind Anrufe in Mobilfunknetze, Auslandsgespräche, Sonderrufnummern wie 0900er-Nummern und manche Servicenummern. Dafür fallen häufig minutenweise Gebühren an, die je nach Anbieter unterschiedlich sind.
Deshalb lohnt der Blick in die Preisliste, die der Anbieter bereitstellen muss. Dort steht, was Gespräche in Handynetze, ins Ausland oder zu Sondernummern kosten. Wer oft solche Nummern anruft, sollte das beachten, denn die Flat deckt nur einen Teil der Anrufe ab.
Meist enthalten
- Gespräche in deutsche Festnetze ohne Minutenpreis
- Eine Rufnummer, manchmal mehrere
- Anrufbeantworter oder Mailbox im Router oder in der Cloud
- Notruf unter 110 und 112
Oft nicht enthalten
- Gespräche in Mobilfunknetze
- Auslandsgespräche oder nur ausgewählte Länder
- Sonderrufnummern und Mehrwertdienste
- Zusätzliche Rufnummern, Faxfunktion oder Weiterleitungen als Extra
Ein häufiger Irrtum ist, dass eine Flat ein Pflichtbestandteil eines Internetvertrags wäre. Das stimmt nicht. Es gibt Tarife, die nur Internet enthalten, ohne Telefonie. Sie sind aber seltener als Pakete mit Telefonie, und der Preisunterschied ist nicht immer groß. Manchmal ist ein Tarif mit Telefon sogar günstiger als einer ohne, weil Anbieter ihre Pakete so kalkulieren.
Auch die Bezeichnung kann verwirrend sein. Manche Anbieter nennen es Telefon-Flat, andere Voice-Option oder Internet plus Telefon. Achte darauf, was genau enthalten ist, und nicht nur auf den Namen.
Bei Preisbestandteilen musst du außerdem bedenken, dass auch eine Flat einen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Wenn du sie gar nicht nutzt, bezahlst du sie dennoch mit. Das ist kein Drama, aber ein Argument, bewusst zu entscheiden.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Mara hat einen Internettarif mit Festnetz-Flat. Sie ruft einmal pro Woche die Großmutter an, die ein Festnetztelefon hat. Das ist im Tarif enthalten. Ihre Freundin erreicht sie über das Handy, und das Gespräch dort läuft über ihren Mobilfunkvertrag. Die Flat deckt also nur einen kleinen Teil ihrer Gespräche ab. Mara ist eine erfundene Person, das Beispiel zeigt aber, dass der Nutzen stark vom eigenen Anrufverhalten abhängt.
Wer wissen will, wie viel er tatsächlich über Festnetz telefoniert, kann das leicht herausfinden. Viele Router führen eine Anrufliste. Alternativ zeigt der Einzelverbindungsnachweis in der Rechnung oder im Kundenportal, wie oft du telefoniert hast. Schau einen Monat lang hin, bevor du entscheidest.
Achte auch auf eingehende Anrufe. Oft rufen dich Bekannte auf der Festnetznummer an, obwohl du selbst kaum zurückrufst. Auch dann hat die Nummer Wert, selbst wenn du kaum selbst wählst.
Wie Festnetz heute technisch funktioniert: All-IP und VoIP

Früher wurde Festnetz über eigene Telefonleitungen und Vermittlungsstellen abgewickelt, getrennt vom Internet. Heute läuft Telefonie bei den meisten Anbietern über das Internetprotokoll. Diese Umstellung wird oft als All-IP bezeichnet. Technisch spricht man auch von Voice over IP, kurz VoIP.
Für dich bedeutet das: Dein Telefon hängt nicht mehr an einer klassischen Telefonleitung, sondern am Router. Entweder du verbindest ein schnurgebundenes Telefon mit dem Router oder du nutzt schnurlose Telefone, die sich per DECT mit dem Router koppeln. Manche Router haben dafür eigene Telefonanschlüsse, andere funktionieren nur mit IP-Telefonen oder einer App.
Die Telefonate selbst klingen meist gut, oft sogar besser als früher, weil moderne Codecs eine höhere Sprachqualität ermöglichen. Der Anbieter reserviert dafür in der Regel einen Teil der Bandbreite oder priorisiert den Sprachverkehr.
Eine wichtige Folge von All-IP ist, dass Telefon und Internet vom selben Gerät abhängen. Fällt der Router aus oder gibt es einen Stromausfall, ist beides weg. Bei älteren analogen Anschlüssen funktionierte das Telefon dagegen oft auch bei Stromausfall, weil die Leitung die Energie mitlieferte. Darauf kommen wir im Abschnitt zur Sicherheit zurück.
Außerdem bedeutet All-IP, dass alte Geräte nicht immer passen. Ein klassisches analoges Telefon, ein Fax oder ein Anrufbeantworter lässt sich oft über einen Adapter oder über den Router mit analogem Anschluss weiter nutzen, aber nicht jeder Router bietet das. Prüfe vor dem Wechsel, welche Anschlüsse dein neuer Router hat und welche Geräte du weiterverwenden möchtest.
Wenn du nicht sicher bist, welche Hardware du brauchst, hilft dir der Ratgeber Router oder Anbieter-Hardware. Dort geht es auch um die Frage, wann du einen eigenen Router verwenden darfst und welche Funktionen er haben sollte.
Ein weiterer Punkt: Die Telefonie nutzt Zugangsdaten, die dir der Anbieter zur Verfügung stellt. Bei einem eigenen Router musst du diese Daten selbst eintragen. Das ist meist in wenigen Schritten erledigt, aber nicht jeder Anbieter gibt die Daten automatisch heraus. Frag deshalb vorher nach, ob und wie du die Telefonie-Zugangsdaten bekommst.
Bei Kabelanschlüssen und Glasfaser funktioniert die Telefonie nach demselben Prinzip, aber die Details unterscheiden sich. Wenn du mehr über die Technik wissen willst, lies DSL, Kabel oder Glasfaser?.
Wie sieht das im Router aus? Auf der Benutzeroberfläche findest du meist einen Bereich für Telefonie. Dort sind die Rufnummern eingetragen, die dein Anbieter vergeben hat, und die Endgeräte, die sich anmelden dürfen. Bei vielen Routern kannst du mehrere Telefone parallel anmelden und festlegen, welches bei welcher Nummer klingelt.
DECT-Telefone, also schnurlose Telefone, koppelst du per Anmeldeverfahren am Router. Das funktioniert wie bei Bluetooth: Du aktivierst den Anmeldemodus am Router und gibst am Telefon einen PIN-Code ein. Danach ist das Telefon Teil deines Heimnetzes, ohne dass es WLAN braucht.
Wer sein Smartphone zum Telefonieren zu Hause verwenden möchte, kann über die App des Routerherstellers oft Gespräche über das Festnetz führen. Dann nutzt du die Festnetznummer auch unterwegs im WLAN. Das ist praktisch, setzt aber voraus, dass der Router oder Anbieter diese Funktion bietet.
Wenn du den Router wechselst, solltest du die Telefonie-Einstellungen notieren oder sichern. Das erleichtert die Einrichtung beim neuen Gerät und spart Zeit.
Wann Festnetz weiterhin sinnvoll ist
Trotz Smartphone und Messenger gibt es gute Gründe, den Festnetzanschluss zu behalten. Manche sind praktischer Natur, andere betreffen Gewohnheiten oder Sicherheit.
Der erste Grund ist die Erreichbarkeit im Haushalt. Wenn mehrere Personen im Haushalt leben, kann ein gemeinsamer Anschluss praktisch sein: Anrufe für die ganze Familie, ein gemeinsamer Anrufbeantworter, ein Telefon, das immer an derselben Stelle liegt. Gerade für Kinder oder ältere Angehörige ist ein einfaches Festnetztelefon oft vertrauter als ein Smartphone.
Der zweite Grund ist der Empfang. Wer in einem Haus oder einer Wohnung mit schlechtem Mobilfunkempfang wohnt, kommt mit dem Festnetz oft besser zurecht. Das Handy bricht in manchen Räumen ab, während Festnetz in jedem Zimmer funktioniert. Zwar kannst du WLAN-Telefonie nutzen, aber dafür muss das WLAN stabil sein.
Der dritte Grund ist die Rufnummer. Viele Menschen haben eine Festnetznummer, die sie seit Jahren nutzen und die bei Ärzten, Behörden, Banken und Bekannten hinterlegt ist. Wer sie aufgibt, muss alle informieren. Wenn du die Nummer behalten willst, brauchst du in der Regel einen Festnetzvertrag, der sie unterstützt. Mehr dazu steht im Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.
Der vierte Grund ist die berufliche oder gewerbliche Nutzung. Selbstständige, Praxen oder kleine Betriebe haben oft eine Festnetznummer auf Briefpapier und Webseite. Ein Festnetzanschluss wirkt für manche Kunden seriöser, und die Weiterleitung auf das Handy lässt sich oft einrichten.
Der fünfte Grund ist Technik, die an der Telefonleitung hängt. Das betrifft zum Beispiel Hausnotruf, Alarmanlagen, Faxgeräte oder Aufzugnotrufe. Hier ist oft eine Festnetznummer oder ein Telefonanschluss vorgesehen. Prüfe, was für dich zutrifft, bevor du auf Festnetz verzichtest.
- Mehrere Personen oder ältere Angehörige nutzen das Festnetztelefon regelmäßig
- Der Mobilfunkempfang in der Wohnung ist schwach oder schwankend
- Die Festnetznummer ist bei Ärzten, Banken und Behörden hinterlegt
- Du nutzt die Nummer beruflich oder für ein kleines Gewerbe
- Hausnotruf, Alarmanlage, Fax oder ein anderes Gerät ist an die Nummer gekoppelt
- Du telefonierst oft und lange und möchtest eine Flat für Festnetz
Ein Beispiel aus dem Alltag: Herr Yildiz ist 78 Jahre alt, wohnt allein und telefoniert jeden Tag mit seinen Kindern. Er schätzt sein schnurloses Festnetztelefon mit großen Tasten. Ein Smartphone hat er nie gewollt. Für ihn ist der Festnetzanschluss wichtig, und er sollte darauf achten, dass ein Wechsel des Anbieters ohne Lücke abläuft. Herr Yildiz ist eine erfundene Person, seine Situation ist aber sehr verbreitet.
In solchen Fällen lohnt es sich, Verwandte bei der Auswahl zu beteiligen. Sie können helfen, den Router einzurichten, die Rufnummer zu portieren und das Telefon am neuen Anschluss anzuschließen. Eine Checkliste für den Wechsel steht im Ratgeber Anbieterwechsel-Checkliste.
Auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigung ist das Festnetztelefon manchmal besser geeignet, weil es verstärkte Hörer oder Zubehör unterstützt. Prüfe, was im Haushalt gebraucht wird, bevor du einen Schnitt machst.
Wann du auf Festnetz verzichten kannst
Es gibt aber auch viele Haushalte, in denen Festnetz kaum noch eine Rolle spielt. Wenn du dich in einem der folgenden Punkte wiederfindest, lohnt sich ein Gedanke an einen Tarif ohne Telefonie oder zumindest daran, die Festnetz-Flat nicht als wichtigen Faktor zu werten.
Wenn du fast ausschließlich mit dem Handy telefonierst und Messenger oder Videodienste für Gespräche nutzt, bleibt das Festnetztelefon oft ungenutzt. Auch wenn du allein oder zu zweit wohnst und beide ein Smartphone haben, brauchst du kein gemeinsames Festnetztelefon.
Wenn du eine Handy-Flat mit ausreichendem Inklusivumfang hast, spielt die Festnetz-Flat für die Kosten keine Rolle mehr. Dann bezahlst du für Telefonie ohnehin über den Mobilfunkvertrag, und die Festnetz-Flat im Internetvertrag ist ein Zusatz, den du nicht nutzt.
Alternativen zum Festnetz
- Handy mit Flat für Gespräche und SMS
- WLAN-Telefonie über das Smartphone, falls der Anbieter sie unterstützt
- Messenger und Videodienste für Gespräche mit Familie und Freunden
- Weiterleitung der Festnetznummer auf das Handy
Was dabei zu beachten ist
- Nicht jeder hat Messenger, besonders ältere Personen
- Handy-Empfang in der Wohnung testen
- Rufnummer für Behörden und Ärzte aktualisieren
- Notruf funktioniert über das Handy meist zuverlässig, aber der Akku muss geladen sein
Ein häufiger Gedanke ist: Wenn die Festnetz-Flat im Tarif ohnehin enthalten ist, kostet sie nichts extra. Das stimmt teilweise. Sie kostet vielleicht nichts extra, aber sie verpflichtet dich auch zu nichts. Du kannst sie also einfach ungenutzt lassen, wenn du keine Lust hast, nach einem Tarif ohne Telefonie zu suchen.
Wenn aber ein Tarif ohne Telefon günstiger ist, kann sich der Wechsel lohnen. Prüfe das im Vergleich und beachte dabei die Gesamtkosten über die Laufzeit. Ein sehr kleiner Unterschied rechtfertigt selten den Aufwand eines Wechsels, ein spürbarer dagegen schon.
Beachte außerdem, dass Anbieter Telefonie manchmal bewusst in Pakete einbauen, sodass der Preis nicht sinkt, wenn du darauf verzichtest. Deshalb ist der direkte Vergleich der Gesamtpreise wichtiger als der einzelne Bestandteil.
Sicherheit: Notruf, Stromausfall, Hausnotruf und Alarmanlagen
Beim Thema Festnetz geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um Sicherheit. Das gilt besonders für Haushalte mit älteren Menschen, mit Pflegebedürftigen oder mit Technik, die an den Telefonanschluss gekoppelt ist.
Der Notruf unter 110 und 112 ist bei Festnetzanschlüssen grundsätzlich möglich, auch bei Anschlüssen über All-IP. Die Verbindung läuft über den Router. Wichtig: Der Anbieter muss deine Adresse korrekt hinterlegen, damit die Rettungsdienste dich finden. Prüfe nach einem Umzug, dass die Adresse im Vertrag stimmt.
Bei einem Stromausfall funktioniert ein Festnetzanschluss über All-IP nicht mehr, weil der Router ohne Strom ausfällt. Schnurlose Telefone stellen ebenfalls den Betrieb ein, wenn die Basisstation keinen Strom hat. In einem solchen Fall bleibt das Handy die wichtigste Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, kann eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für den Router verwenden. Das ist eine Frage von Aufwand und Kosten.
Beim Hausnotruf kommt es auf den Anbieter und das Gerät an. Viele Hausnotrufgeräte nutzen heute das Mobilfunknetz oder sind für All-IP geeignet. Ältere Geräte brauchen einen analogen Telefonanschluss und funktionieren nicht ohne Weiteres am Router. Frag den Anbieter des Hausnotrufs, ob dein Gerät mit deinem Anschluss kompatibel ist, bevor du auf einen neuen Tarif umsteigst.
Bei Alarmanlagen und Aufzugnotrufen ist es ähnlich. Manche Systeme melden Störungen über eine Festnetznummer oder per Mobilfunk. Auch hier gilt: Vor einem Wechsel oder vor dem Verzicht auf Festnetz klären, wie das Gerät angebunden ist. Notiere dir die Hersteller- und Modellangaben und frag nach Alternativen, falls ein analoger Anschluss nötig ist.
Für Faxgeräte gilt Ähnliches: Fax über All-IP funktioniert nicht immer zuverlässig. Wer Fax noch benötigt, sollte alternative Wege wie Internetfax oder Scan-Funktionen prüfen.
Wenn du ein Haus mit Alarmanlage hast, sprich vor dem Wechsel mit dem Errichter der Anlage. Er kann dir sagen, ob die Anlage über den Router, per Mobilfunk oder weiter über eine Leitung meldet. Das ist wichtig, damit im Ernstfall die Meldung auch ankommt.
Es lohnt sich außerdem, einmal einen Testanruf bei einer Notfallkontaktperson zu machen und zu prüfen, ob die angezeigte Nummer korrekt ist. Gerade bei einem neuen Anschluss oder nach einem Umzug können Nummern falsch angezeigt werden.
Praktische Vorsorge ist einfacher, als sie klingt. Lege eine kleine Notfallliste an: Wichtige Nummern von Familie, Hausarzt und Nachbarn, die Adresse deines Wohnorts und gegebenenfalls Hinweise zu Allergien oder Medikamenten. Hänge sie sichtbar auf oder speichere sie im Handy.
Probiere außerdem aus, wie sich dein Telefon verhält. Wenn der Router neu gestartet wird, ist das Telefon kurz nicht erreichbar. Plane wichtige Anrufe nicht in diese Zeit. Prüfe auch, ob dein Telefon bei Stromausfall einen eigenen Akku hat und wie lange er hält.
Eine kleine Powerbank für den Router kann bei kurzen Ausfällen helfen, sofern das Gerät mit passender Spannung betrieben werden kann. Achte dabei auf die technischen Angaben von Router und Powerbank und frag im Zweifel den Hersteller. Bei längeren Stromausfällen ist das Mobilfunknetz selbst nicht immer verfügbar, deshalb bleibt ein vollgeladenes Handy trotzdem wichtig.
Kosten und Tarifbestandteile: Worauf du beim Vergleich achtest
Wenn du Tarife vergleichst, solltest du die Festnetz-Telefonie als einen von mehreren Bausteinen betrachten. Der Gesamtpreis setzt sich aus Internet, Telefonie, Hardware und Zusatzoptionen zusammen. Ein Tarif mit Telefonie wirkt oft günstiger, weil das Gesamtpaket gut kalkuliert ist. Ob du die Telefonie brauchst, ist trotzdem eine eigene Frage.
Achte auf folgende Punkte: Ist die Flat für das deutsche Festnetz enthalten? Gibt es eine Option für Handynetze? Sind Auslandsgespräche gesondert zu bezahlen? Wie viele Rufnummern sind enthalten? Kostet eine zusätzliche Rufnummer extra? Gibt es Gebühren für Anrufbeantworter, Rufumleitung oder Fax?
Wenn du zusätzliche Optionen bucht, prüfe, ob sie eine eigene Laufzeit haben. Manche Zusatzpakete laufen unabhängig vom Internetvertrag und müssen separat gekündigt werden. Wie die Fristen funktionieren, steht im Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung.
Tarif mit Telefonie
- Festnetz-Flat meist enthalten
- Rufnummer wird mitgeführt oder neu vergeben
- Oft gut kalkulierte Pakete
- Router mit Telefonanschluss kann nötig sein
Tarif nur mit Internet
- Kein Festnetzanschluss im Vertrag
- Festnetznummer fällt weg oder muss separat bleiben
- Telefonie über Handy oder Dienste im Internet
- Nicht bei jedem Anbieter verfügbar
Rechne beim Vergleich mit dem Gesamtpreis über die Mindestlaufzeit, wie in Vertragsbindung und Kündigung beschrieben. Eine Flat, die du nie nutzt, ändert die Rechnung nur, wenn ein Tarif ohne Telefonie wirklich günstiger ist. Ist der Unterschied klein, spricht oft mehr für das Gesamtpaket mit Telefonie, weil du dir damit die Option offenhältst.
Im Tarifvergleich siehst du Beispiele für Tarife und ihre Eigenschaften. Die Anzeige dient der Orientierung. Welche Bedingungen tatsächlich gelten, steht im Angebot des Anbieters.
Wenn du Fernsehen über das Internet nutzt, kommt ein weiterer Baustein hinzu. Wie TV im Internetvertrag funktioniert, erklärt der Ratgeber IPTV im Internetvertrag.
Neben der eigentlichen Flat gibt es kleine Zusatzfunktionen, die im Alltag nützlich sein können. Prüfe, ob sie enthalten sind oder extra kosten.
Der Anrufbeantworter, oft als Mailbox bezeichnet, nimmt Nachrichten entgegen, wenn du nicht erreichbar bist. Manche Router speichern sie lokal, andere in der Cloud des Anbieters. Bei Cloud-Lösungen kannst du Nachrichten oft per E-Mail oder App abrufen.
Die Rufumleitung leitet Anrufe auf eine andere Nummer weiter, zum Beispiel aufs Handy. Das ist praktisch, wenn du unterwegs bist, und hilft während eines Umzugs oder Anbieterwechsels. Manche Anbieter berechnen für weitergeleitete Gespräche Gebühren.
Weitere Rufnummern sind sinnvoll, wenn mehrere Personen oder ein Büro denselben Anschluss nutzen. Jeder bekommt seine eigene Nummer, und Anrufe können getrennt weitergeleitet werden.
Die Rufnummernunterdrückung verbirgt deine Nummer beim Anrufen. Sie ist meist kostenlos, wird aber nicht von allen Gesprächspartnern akzeptiert. Weitere Optionen wie Anrufsperren gegen Werbeanrufe sind ebenfalls oft verfügbar und können lästige Anrufe eindämmen.
Die Rufnummer behalten, auch wenn du die Flat nicht brauchst

Selbst wenn du kaum noch telefonierst, kann die Rufnummer wertvoll sein. Viele Dienste nutzen sie zur Identifikation: Ärzte, Banken, Versicherungen, Behörden, Lieferdienste. Eine Rufnummer aufzugeben bedeutet, überall Daten zu ändern. Das ist machbar, aber aufwendig.
Wenn du die Nummer behalten möchtest, solltest du sie portieren, also zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Das geht im Rahmen eines Anbieterwechsels in der Regel, solange du im selben Ortsnetz bleibst. Der neue Anbieter beauftragt die Portierung und der alte gibt die Nummer frei. Wichtig ist, dass du den alten Vertrag nicht zu früh kündigst.
Die Details zu Fristen, Entgelten und Ablauf findest du im Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme. Dort erfährst du auch, welche Daten du für die Portierung brauchst.
Wenn du ganz auf Festnetz verzichten möchtest, kannst du die Rufnummer manchmal auf eine Mobilfunk- oder Internettelefonie-Lösung portieren. Das hängt von den technischen Möglichkeiten und vom Anbieter ab. Nicht jeder Mobilfunkanbieter nimmt Festnetznummern an. Frag vorher nach, bevor du kündigst.
Eine Alternative ist, die Nummer bei einem günstigen Telefonieanbieter zu behalten und den Internetvertrag ohne Telefonie abzuschließen. Dann hast du Internet vom einen und die Rufnummer vom anderen Anbieter. Das ist technisch möglich, setzt aber voraus, dass du dich um zwei Verträge kümmerst und die Telefonie über Internet oder App nutzt.
Bedenke, dass jeder zusätzliche Vertrag Verwaltung bedeutet: zwei Rechnungen, zwei Kündigungsfristen, zwei Ansprechpartner. Für viele ist ein einziges Paket bequemer.
- 1Klären, ob du die Festnetznummer behalten möchtest und wer sie nutzt.
- 2Prüfen, ob dein neuer Tarif Festnetztelefonie und Portierung unterstützt.
- 3Bei Bedarf Optionen vergleichen: Tarif mit Telefonie, Internet-only plus Telefonieanbieter oder Weiterleitung aufs Handy.
- 4Portierung zusammen mit dem neuen Vertrag beauftragen und den alten Vertrag erst nach Klärung kündigen.
- 5Nach der Umschaltung Anrufe empfangen und tätigen, Mailbox und Weiterleitung testen.
- 6Rufnummer bei wichtigen Stellen prüfen, etwa Arzt, Bank und Versicherung.
Entscheidungshilfe: Brauchst du eine Festnetz-Flat?
Nach den vielen Argumenten möchtest du vermutlich eine klare Orientierung. Die folgende Entscheidungshilfe fasst die wichtigsten Fragen zusammen. Beantworte sie ehrlich und für deinen Haushalt, dann ergibt sich meist ein klares Bild.
Frage eins: Wie oft nutzt ihr das Festnetztelefon? Wenn es mehrmals pro Woche klingelt oder ihr regelmäßig telefoniert, bleibt Festnetz sinnvoll. Wenn es seit Monaten still ist, spricht vieles für den Verzicht.
Frage zwei: Hängt Technik am Anschluss? Hausnotruf, Alarmanlage, Fax oder Aufzugnotruf sind gute Gründe, den Festnetzanschluss zu behalten, solange keine geeignete Alternative eingerichtet ist.
Frage drei: Wie wichtig ist die Rufnummer? Wenn du sie überall hinterlegt hast, lohnt sich die Mitnahme. Wenn nicht, kannst du sie loslassen.
Frage vier: Wie gut ist der Handyempfang? Bei schlechtem Empfang bleibt Festnetz oder WLAN-Telefonie die zuverlässigere Variante.
Eher Festnetz-Flat behalten
- Mehrere Personen oder ältere Angehörige telefonieren zu Hause
- Mobilfunkempfang ist schwach
- Nummer ist beruflich oder bei vielen Stellen hinterlegt
- Hausnotruf, Alarm oder Fax hängen am Anschluss
Eher darauf verzichten
- Du telefonierst kaum noch zu Hause
- Handy-Flat und Messenger decken alles ab
- Rufnummer spielt keine große Rolle
- Ein Tarif ohne Telefonie ist spürbar günstiger
Wenn du dich unsicher fühlst, wähle im Zweifel das Gesamtpaket mit Telefonie. Die Option kostet im Verhältnis oft wenig, und du kannst sie später nutzen oder ignorieren. Ein späterer Wechsel auf einen Tarif ohne Telefonie ist meist erst am Ende der Laufzeit möglich, deshalb ist es sinnvoll, die Entscheidung bewusst zu treffen.
Wenn du dagegen sicher bist, dass du Festnetz nicht brauchst, prüfe Internet-only-Tarife und vergleiche die Gesamtpreise. Der Aufwand lohnt sich, wenn die Ersparnis im Alltag spürbar ist. Bei sehr kleinen Unterschieden lohnt sich der Wechsel kaum.
Plane in beiden Fällen den Wechsel mit der Anbieterwechsel-Checkliste, damit Rufnummer, Hardware und Termine zusammenpassen.
Zur Veranschaulichung drei kurze Szenarien. Die Personen sind erfunden, die Muster typisch.
Szenario eins: Tobias und Lena, beide Mitte dreißig, arbeiten im Homeoffice und telefonieren ausschließlich mobil. Das Festnetz klingelte im letzten Jahr kaum. Sie sollten sich Tarife ohne Telefonie ansehen und nur dann wechseln, wenn die Ersparnis spürbar ist. Wenn nicht, bleibt die Flat einfach ungenutzt.
Szenario zwei: Familie Schmidt hat zwei Teenager und ein Festnetztelefon im Flur. Es wird selten genutzt, aber die Großeltern rufen dort an. Die Familie behält die Flat und achtet beim nächsten Wechsel auf die Portierung der Nummer.
Szenario drei: Frau Weber betreibt eine kleine Praxis und hat die Festnetznummer auf allen Unterlagen. Für sie ist die Nummer unverzichtbar. Sie wählt einen Tarif mit Telefonie und lässt die Anrufe bei Bedarf aufs Handy weiterleiten.
Mit diesen Mustern im Kopf fällt die Entscheidung oft leichter. Es geht nicht darum, was modern ist, sondern darum, was zu deinem Alltag passt.
Fazit und nächste Schritte
Die Festnetz-Flat ist kein Pflichtbestandteil, aber sie ist auch kein überflüssiges Relikt. Für viele Haushalte ist sie noch nützlich, vor allem wegen Rufnummer, Erreichbarkeit und angeschlossener Technik. Andere kommen gut ohne aus, weil Handy und Messenger alles abdecken.
Wichtig ist, dass du bewusst entscheidest. Prüfe, was dir Festnetz bringt, was es kostet und ob Sicherheitsthemen wie Notruf und Stromausfall berücksichtigt sind. Beachte die Technik hinter All-IP und kläre, ob deine Geräte weiter funktionieren.
Wenn du die Rufnummer behalten willst, plane die Portierung rechtzeitig. Kündige den alten Vertrag erst, wenn der Ablauf geklärt ist. Und wenn du dir Zeit nehmen möchtest, vergleiche mehrere Tarife mit und ohne Telefonie im Fuchs-DSL-Tarifvergleich.
- Nutzung im Haushalt ehrlich einschätzen: Wer telefoniert wie oft über Festnetz?
- Technik an der Nummer prüfen: Hausnotruf, Alarmanlage, Fax, Aufzug
- Mobilfunkempfang in allen Räumen testen
- Rufnummer und ihre Bedeutung klären, siehe Festnetz-Rufnummernmitnahme
- Gesamtpreise von Tarifen mit und ohne Telefonie über die Laufzeit vergleichen
- Notruf bei Stromausfall bedenken und ein Handy bereithalten
- Entscheidung dokumentieren und Kündigungstermin notieren
Zum Weiterlesen: Wenn du mit dem Gedanken spielst, den Anbieter zu wechseln, schau dir Vertragsbindung und Kündigung an. Planst du einen Umzug, hilft Internetanschluss beim Umzug. Und wenn du auch Fernsehen über deinen Internetvertrag beziehst, ist IPTV im Internetvertrag die passende Ergänzung.
Alle Angaben in diesem Ratgeber sind allgemeine Orientierung. Preise und Verfügbarkeit sind unverbindlich, verbindlich sind nur die Angaben des Anbieters im Vertrag.
Häufige Fragen
Ist eine Festnetz-Flat Pflicht im Internetvertrag?
Nein. Es gibt Tarife ohne Telefonie, sie sind aber seltener als Pakete mit Festnetz. Oft ist ein Gesamtpaket mit Telefonie ähnlich teuer. Vergleiche die Gesamtpreise im Tarifvergleich, verbindlich sind die Angaben des Anbieters.
Was ist in einer Festnetz-Flat enthalten?
Meist Gespräche in deutsche Festnetze ohne Minutenpreis. Anrufe in Mobilfunknetze, ins Ausland oder zu Sondernummern sind oft nicht enthalten. Prüfe die Preisliste des Anbieters und das Angebot, bevor du buchst.
Funktioniert Festnetz bei Stromausfall?
Bei Telefonie über Router meist nicht, weil der Router ohne Strom ausfällt. Halte ein geladenes Handy bereit und prüfe angeschlossene Geräte wie Hausnotruf oder Alarmanlage. Mehr zur Router-Technik findest du in Router oder Anbieter-Hardware.
Kann ich meine Festnetznummer behalten, wenn ich die Flat abwähle?
Das hängt vom Anbieter und vom Tarif ab. Meist braucht die Nummer einen Anschluss, der sie unterstützt. Wie die Portierung funktioniert, erklärt der Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.
Funktioniert mein altes analoges Telefon am neuen Anschluss?
Oft ja, wenn der Router einen analogen Anschluss hat oder du einen Adapter nutzt. Nicht jeder Router bietet das. Prüfe die Anschlüsse vorab. Hinweise zur Hardware-Wahl gibt Router: Kauf vs. Miete.
Ist Notruf über Internet-Telefonie möglich?
Ja, der Notruf unter 110 und 112 ist bei Festnetzanschlüssen grundsätzlich möglich. Wichtig ist, dass deine Adresse beim Anbieter korrekt hinterlegt ist, besonders nach einem Umzug.
Spare ich mit einem Tarif ohne Telefonie Geld?
Nicht immer. Manche Pakete sind mit Telefonie gleich teuer oder günstiger. Vergleiche die Gesamtkosten über die Mindestlaufzeit. Wie du Laufzeit und Kosten bewertest, steht in Vertragsbindung und Kündigung.
Sind die Angaben in diesem Ratgeber verbindlich?
Nein. Der Ratgeber gibt allgemeine Orientierung, Preise und Verfügbarkeiten sind unverbindlich. Verbindlich sind nur die Angaben des Anbieters. Tarife vergleichst du im Fuchs-DSL-Vergleich.